Stockholm August 2007

Da ich schon wieder Fernweh nach Stockholm habe, hab ich jetzt mal die Fotos vom letzten Urlaub dort rausgekramt.

Warten aufm Flughafen in Frankfurt Hahn. Um 2:15 gings mit dem Bus in Köln los und in Hahn musste ich noch 5 Stunden warten. Aber zumindest wusste ich da, was auf mich zukommt und ich konnte mich mehr oder weniger darauf einstellen (Erklärung der Äußerung folgt später). Wenigstens saß ein süßer Schwede neben mir 😀 (der später auch noch mal in meiner Geschichte auftaucht) Man beachte meinen Aufnäher auf der Tasche – der hat beim Warten für ein unaufhörbares grinsen in meinem Gesicht gesorgt 🙂


Mein Ziel: Solna bei Stockholm. Meine Freundin Anna, die ich im Januar schon besucht hatte, ist umgezogen und ich musste erst mal auf Wohnungssuche gehen. Es sah auf der Karte so leicht aus, vom Bahnhof da hinzufinden. Aber das wars leider nicht. Bester Witz: irgendwann war ich an dem Ort, wo laut Karte eigentlich die Straße sein sollte (wenn ich sie richtig gelesen hätte) Da war ein Kiosk und da bin ich einfach mal rein um nachzufragen – weit konnte es ja jetzt nicht mehr sein. Der Mann schaute mich an, als ob ich nach ner Straße aufm Mond gefragt habe. Ich hatte die Straße Ritorpsvägen gesucht. Er meinte dann nur “Ritorp, ja hmm, sind sie mit Auto hier? Nicht? Oh, da müssen sie mindestens noch 20 Minuten laufen, wenn nicht noch länger.” Ich dachte mir nur so “Wie blöd bin ich eigentlich, eine Karte zu lesen???” Zum Glück war ich doch nicht so blöd, und die Straße war einfach nur auf der anderen Seite der “Autobahn”, die da mitten durch ging. 2 Minuten später war ich am Ziel und musste an den Kioskmann auf der anderen Straßenseite und seinen “noch 20 Minuten” denken.

Cirkus

mehr kommt später. Bin zu müde und brauch dringend Schlaf.
Gute Nacht

Cirkus – im Januar stand ich schon mal vor dem Ding, es war dunkel, es hingen Plakate von Elvis und ich hät nicht gedacht, dass ich da irgendwann mal wieder stehen würde, jedenfalls nicht so schnell, und schon gar nicht, um die Smashing Pumpkins da live zu sehen – ich wusste nicht mal, dass da auch Bands Konzerte geben. Nun stand ich davor, 2 Tage vor dem Konzert mit der Hoffnung, dass sie Soundcheck machen. Haben sie natürlich nicht. Aber ich konnte rein und hab mich vor die Bühne gestellt “Hier werd ich Sonntag stehen, hier, erste Reihe, genau vor Billy

Anna und ich vor dem Schloss Ulriksdal bei Solna

Stockholm – meine große Liebe. Für andere ist es Paris, für mich halt diese Stadt. Vom ersten Moment an, als ich da war – und da war es November, kalt, dunkel und schon sehr spät nachts. Die Altstadt mit den tausend kleinen Gassen ist ein Traum, überall ist Wasser, es fahren noch voll die alten Straßenbahnen (die Schweden haben nicht alle Tassen im Schrank, sondern auf dem Dach eines Straßenbahncafés 😀 ), viele U-Bahn Stationen sind bemahlt – mal mehr und mal weniger spektakulär, die Rolltreppen sind unendlich lang, es gibt einen Vergnügungspark mitten in der Stadt – Gröna Lund = grünes Wäldchen, und es gibt dort sogar meinen Arbeitsplatz – der sieht sogar genau so aus wie hier 😀

DER Tag – endlich war er da. Das hieß zwar auch, dass mein Urlaub in Schweden schon fast wieder vorbei war, aber das war mir an dem Tag ziemlich egal. Nach einer kurzen, vor lauter Aufregung fast schlaflosen Nacht bin ich irgendwann um 7 aufgestanden. Anna war nicht da, schon seit Samstag Nachmittag nicht mehr. Sie war raus aufs Land zu Freunden eine Krebsessen-Party machen. Das wollt ich schon immer mal mitmachen, aber dann wär ich erst um 18 Uhr oder noch später an der Halle gewesen und das ging ja nun mal überhaupt nicht 😉 Um 10 Uhr vormittags!!! war ich dann am Cirkus. Natürlich weit und breit kein anderer Mensch, der so verrückt ist wie ich. Aber die Stage Trucks waren schon da. Und um 12 waren ein paar Leute da, 3 Jungs aus Finnland und 3 aus Stockholm. Von letzteren hab ich ein paar lustige Kartenspiele beigebracht bekommen. Zum Glück war neben der Konzerthalle ein Hotel und somit mein Klo in Reichweite 😀 Um 13 Uhr war ich dann aber trotzdem so lebensmüde meinen Platz zu verlassen und bin in die Innenstadt, um mir ein 30 cm Turkey Ham and Bacon Melt Sandwich von Subway zu holen. Lecker. Vor der Halle waren immernoch nicht mehr. Irgendwann lief jemand vorbei, der mir ziemlich bekannt vor kam. “Woher kenn ich den? Er ist auf jedenfall ein Schwede, sieht zumindest sehr danach aus. Ob ich den schon mal aufm Blindside Konzert hier in Schweden gesehen habe?” Als er die Straße wieder in anderer Richtung runterging sah ich seinen rechten Arm und eine Tattowierung und da ging mir das Licht auf – nein, es war nicht der Junge vom Flughafen – der Typ war auch in Berlin auf dem Pumpkinskonzert, krass. In Berlin selbst standen neben mir in der Halle auch 3 oder 4 Schweden, aber ihn hatte ich die ganze Zeit draußen vor der Halle gesehen. Nur kam er mir da nicht schwedisch vor *g* Nur seine Tattowierung. Das ist nämlich einfach nur ein Strich. Von der Schulter bis runter zur Hand außen am Arm. Das fand ich damals schon sehr komisch. Bin gleich mal hinterher und mit ihm ins Gespräch gekommen, netter Kerl. Apropo Blindside, nach denen hab ich auch die ganze Zeit Ausschau gehalten. Zumindest nach Simon (Gitarre), weil er im Mai schon gehofft hatte, dass die Pumpkins auch nach Stockholm kommen. Aber anstatt ihn oder einen anderen der Band hab ich ein Pärchen aus Göteborg getroffen, die mir auch ziemlich bekannt vor kamen und sich rausgestellt hat, dass wir letztes Jahr auf dem selben Blindside Konzert in Göteborg waren. Zufälle gibt es. “Ob der Ire wohl auch wieder hier ist” In Brüssel und in Berlin war auch immer ein Junge aus Irland mit von der Partie. Er war auf fast jedem Konzert hier in Europa, hatte sogar Karten für Amerika, aber musste die wieder verkaufen, weil der Flug dann doch zu teuer war. Aber dafür kam er ja dann nach Stockholm, um mir in der ersten Reihe genau vor Billy Gesellschaft zu leisten 🙂 Das Konzert selbst war setlistenmäßig – jedenfalls was mich betrifft – nicht so wahnsinnig toll wie ich erhofft hatte. Mindestens 5 meiner Lieblingslieder hatten gefehlt – kein Today, kein 1979, kein Stand inside your Love, kein Untitled und vor allem auch kein Gossamer 🙁 Der war eigentlich geplant, wurde dann aber gestrichen. Blöde Vorband, hat die halbe Stunde geklaut. Aber dafür haben sie wieder For God and County und 2 komplett neue Songs gespielt 🙂 Nach dem Konzert bin ich wieder dort raus, wo ich reingekommen bin, vorher noch einen Blindside-suchenden Blick ins Restaurant geworfen und dann mit aufgegebener Hoffnung ab durch eine der vielen Türen am Ausgang. Nur wurde mir der Weg durch die letzte Tür von einem schräg darin stehenden und erzählenden Herr ein wenig versperrt. Ich wär da auch gut durchgekommen, nur kam mir die Person so bekannt vor (zumindest der Bart auf dem ersten Blick), dass ich wie angewurzelt stehengeblieben bin. Ein paar Sekunden später war ich mir ganz sicher, mein Puls raste immer mehr, mein Grinsen im Gesicht wurde immer dämlicher vor Freude und die Angst, dass er es doch nicht ist leider auch immer größer. Ich stand nun also zitternd davor, wartend, dass er endlich mal zu mir schaut. Und dann, der erlösende Moment: er war es! Sein Gesichtsausdruck war zu herrlich 🙂 Simon von Blindside stand vor mir und war total überrascht mich zu sehen und hat gleich mal gefragt, auf wievielen Pumpkinskonzerten ich jetzt war. Dass ich nach Brüssel fahre, wusste er ja. Aber dass ich auch so verrückt bin und bis nach Stockholm komme – das mach ich doch sonst nur für Blindside 🙂 Und als ob ich nicht schon glücklich genug war, ihn und seine Freundin wiedezusehe, plötzlich stand auch noch Tomas (Bass) mit Frau und dann noch Christian (Gesang) mit hochschwangerer Frau neben mir. Sie hatten grad versucht, endlich Backtsage zu kommen. Da gab es nämlich ein kleines Problem, dass nur einer darf, und sie waren ca. 8 Leute mit Freunde. Aber irgendwann haben sie es dann doch noch geschafft, die Glückspilze.

der Ire und ich 🙂

Gröna Lund – Im Winter war er immer zu und im Mai war ich jeweils nur ein paar Stunden in Stockholm auf Zwischenstop. Aber diesmal hab ich es geschafft. Einen Tag nach dem Pumpkins Konzert und damit zugleich meinem letzten Urlaubstag in Schweden war ich mit Emelie (Annas Mitbewohnerin) in den Vergnügungspark gegangen. Der Eintrittspreis da ist Wucher. Wir sind nach 19 Uhr rein, da gibt es das bis-zum-Schluss-Freie-Fahrt Band (Åkband) “günstiger” als sonst. Und Eintritt kommt dann auch noch dazu. Alles im allen hab ich ca. 27 Euro bezahlt. Eine Tageskarte für das Phantasialand in Brühl kostet 29,50 und das hat weitaus mehr Attraktionen. Aber man muss alles mal mitmachen, ist schließlich Stockholm 😉 Was man allerdings besser nicht tun sollte bevor man in den Vergnügungspark geht, ist ein 30 cm Sandwich von Subway zu essen (und die zweiten 15 cm davon innerhalb von 2 Minuten). Überhaupt keine gute Idee. Man war mir schlecht nach der ersten Fahrt.

So gar nicht toll fand ich, dass an dem Tag, an dem ich wieder zurückflog, ein großes Fest am Hauptbahnhof statt fand. “Missa inte fotbollfesten HÄR på Centralstationen. Hela VM-truppen till Kina presenteras och BWO spelar VM-låten. Kom hit 14 augusti kl 14-19” Auf Deutsch: Verpass nicht das Fußballfest hier im Hauptbahnhof. Die gesamte WM Mannschaft für China wird präsentiert und BWO spielen das WM Lied. Komm am 14. August von 14-19 Uhr. Wer mich kennt weiß, wie sehr ich mir hätte in den Hintern beißen können vor Wut, denn ich bin ein riesen Fan der Schwedischen Nationalmannschaft und ich musste um 14 Uhr schon los zum Flughafen. Gewundert hatte ich mich allerdings, was das mit China auf sich hatte. Heute weiß ich, dass es um die Frauenmannschaft und derren WM in China ging. Also hab ich wohl nix verpasst *g*

Und was ich dann noch viel dämlicher fand war das, was mir die Frau aufm Flughafen am Schalter gesagt hat und was man dann auch auf der Anzeigetafel sehen konnte. Die Zahl 23 hab ich schon verstanden, als die schwedische Frau mit ihrer Kollegin gesprochen hatte, dass das allerdings was mit meinem Flug und die neue Abflugzeit zu tun hatte wollte ich auch auf englisch nicht hören. Überhaupt nicht, denn mein Flug ging ja um 19:05 los, also in knapp 3 Stunden – eigentlich. In Wirklichkeit ging er dann erst um 23:50 los. Warten, 8 Stunden, noch mehr als auf dem Hinflug in Hahn, oh man. Wenigstens war total schönes Wetter mit Sonnenschein und man konnte draußen im Grünen liegen. Und wir haben gratis Essen bekommen, sogar warmes. Um 2 Uhr morgens rum dann endlich in Hahn gelanden. Total kaputt und müde, seit morgens auf den Beinen und einfach nur riesen Sehnsucht nach dem eigenen Bett. Letzteres blieb mir aber leider noch für Stunden verweigert, denn es fuhr nicht mehr ein dämlicher Bus nach Köln. Das fand ich dann echt schon ne Frechheit, dass da nicht für Ersatz gesorgt wurde. Der nächste Bus nach Köln fuhr (ohne Scheiß) erst um 8 Uhr. Warten, wiedermal, noch weitere 6 Stunden und dann noch 2,5 Stunden Busfahrt. Jetzt hatte ich Sehnsucht nach meinem Schlafsack und meiner Isomatte die in Köln im Wandschrank lagen. Mir war kalt, ich war wütend, die Hotelzimmer für 49 Euro waren alle weg und mir flossen einfach nur noch die Tränen, weil ich das Warten auf Flughäfen bis auf weiteres satt hatte.

Und was ist nun eigentlich mit dem Schwede, der beim Warten aufn Hinflug neben mir saß? Der stand einen Tag später nachmittags plötzlich vor mir im Ikea (es gibt 3 in Stockholm), wo ich mit Anna schon seit 12 Uhr mittags war. Die Welt ist klein.

Kommentare (5)

katrin sagt...

ja, das war es natürlich auch 🙂 würd es auch immer wieder machen, um in stockholm zu sein. und wenns nur für einen tag wäre *g* aber beim nächsten mal nehm ich dann meinen schlafsack und meine iso matte mit

Tuesday, 16. October 2007 um 10:56 pm Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

*